SSV Rodewald 1921 e.V.

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Nach dem ersten Weltkrieg wurde auf den Wiesen links und rechts der Dorfstraße Fußball gespielt. Dies führte dazu, dass im Juni 1924 ca. 50 Interessenten in der Gastwirtschaft Näther einen Sportverein mit dem Namen SV Wedenia gründeten. Die Gründungsversammlung wählte August Suhr zum 1. Vorsitzenden, Heinrich Bartling zum Kassierer und Heinrich Krage zum Schriftführer. Nach einem Jahr übernahm Friedrich Schliekelmann den Vorsitz.

Als Sportplatz wurde ein Gelände in der Nähe der Mühle, das von der Realgemeinde zur Verfügung gestellt wurde, eingeebnet. Man spielte zunächst gegen Mannschaften aus der näheren Umgebung, da als Beförderungsmittel lediglich das Fahrrad vorhanden war.

Beim ersten großen Sportfest im Jahre 1925 mit Gastmannschaften aus Wulfelade, Suttorf, Basse, Neustadt und Rethem wurden keine Pokale, sondern Eichenkränze mit Erinnerungsschleifen vergeben. Auf den zwei Festzelten wurden auch damals schon viele Sportfreundschaften geschlossen, die bis in die jetzige Zeit bestehen, denn noch heute laden sich diese Vereine gegenseitig zu Turnieren ein.

Der SV Wedenia Rodewald wurde mehrfach hintereinander Meister der Spielvereinigung Neustadt Land, konnte jedoch wegen der Nichtzugehörigkeit zum Niedersächsischen Fußballverband nicht aufsteigen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trafen sich bereits im Mai 1946 trotz vieler Schwierigkeiten ca. 50 sportbegeisterte Einwohner Rodewalds in der Gaststätte Helberg in u.B., um einen neuen Sportverein mit dem Namen TSV Rodewald zu gründen. Als Männer der ersten Stunde sind heute noch bekannt:

Willi Deeke, Rudolf Duensing-Knop, Walter Köhn, Werner Winterberg, Heinrich Krage, Willi Rodewald, Heinz Fiene, Wilhelm Westermann, Heinz Knust, Heinrich Magers und Dieter Holz.

Den Vorstand bildeten: Walter Köhn (1.Vorsitzender), Werner Winterberg (2.Vorsitzender) und Willi Deeke (Schriftführer und Kassenwart).

Als Spielkluft nahm man weiße Hemden, die von Werner Winterberg schwarz eingefärbt wurden und weiße Turnhosen. Da Fußballschuhe nicht zu bekommen waren, spielte jeder in Schuhen seiner Wahl. Den ersten eigenen Ball bekam der Verein in einem Care-Paket aus den USA. Besonders hervorzuheben sind die Fußballspiele gegen Schwarmstedt vor ca. 300 Zuschauern auf dem Lagersportplatz in Rodewald u.B. Maßgeblichen Anteil an der Ausweitung des Spielbetriebs hatte der ehemalige Mannschaftsbetreuer der Meistermannschaft von Hannover 96 aus dem Jahre 1938, Harry Burmeister. Durch seine guten Beziehungen in Verbindung mit seinem Neffen, Hans Conzen, kamen Spiele gegen Hannover 96 zustande.

Verschiedentlich trat der TSV Rodewald als Veranstalter traditioneller Feste auf. Beim Schützenfest im Jahre 1946 wurde aufgrund fehlender Gewehre der Schützenkönig durch sportliche Wettbewerbe ermittelt. Ferner wurde auch der erste Jahrmarkt nach dem Kriege vom TSV Rodewald durchgeführt. Als absoluter Höhepunkt der Veranstaltungsreihe wird immer wieder das von der Spielschar des TSV aufgeführte Lustspiel "Es geht um Gisela" genannt, das auf Näthers Saal das Publikum begeisterte.

Der TSV musste seine erste Bewährung 1948 bestehen, als die Wiedergründung des SV Vorwärts Rodewald das Rodewalder Sportlerlager spaltete.

Obere Reihe: Heinz Nieber, Kurt Ollech, Horst Hinz, Fritz Salden, Heinrich Krumwiede Mittlere Reihe: Frank Schenk, Werner Winterberg, Lothar Lessing Untere Reihe: Wiil Deeke, Horst Knippel, Walter Kiausch

 Da der Lagersportplatz den Anforderungen nicht genügte, wurde der Marktplatz zum Fußballplatz ausgebaut, dieser musste aber zum Jahrmarkt wieder geräumt werden. Schwierig erwies sich dann die Gestaltung des Platzes an der Nienburger Straße (RAD-Gelände) aufgrund der unterschiedlichen Ansichten der drei selbstständigen Gemeinden (Rodewald u.B.,m.B.,o.B.) und der Währungsreform.

Trotzdem gab es sportliche Höhepunkte mit dem zweimaligen Gewinn der Kreismeisterschaft der 2. Kreisklasse und dem Aufstieg im Jahre 1949 in die 1. Kreisklasse. Die Rückfahrt von diesem Entscheidungsspiel gegen den TSV Poggenhagen gestaltete sich als wahrer Triumphzug, wobei der damalige 1. Vorsitzende, Walter Köhn, als Kühlerfigur auf dem Mohrmannschen Bus durch Rodewald fuhr.

Im Jahre 1950 gab es den ersten größeren Pokalerfolg beim SV "Brigitta" Steimbke. Auch der Jugendfußball blühte auf und man konnte mit zwei A-Jugendmannschaften am Punktspielbetrieb teilnehmen. Die Krönung der Jugendarbeit war der Gewinn der Kreismeisterschaft der A-Jugend im Spieljahr 1955/56 gegen den FC Wunstorf mit 2:1 in Mariensee.

Die treuen Fans des TSV - Bildmitte Irmgard Hopmann mit Töchterchen Petra

 Durch die großzügige Unterstützung der Gemeinde Rodewald u.B. und der Interessentengemeinde war es möglich, am Schützenweg einen neuen Sportplatz zu errichten. Diese herrlich gelegene Anlage wurde am 16.06.1957 mit einem internationalen Spiel gegen die schwedische Mannschaft A.I.F. Skurup/Malmö vor ca. 300 Zuschauern eingeweiht.

 

Eine von der Gemeinde Rodewald u.B. zur Verfügung gestellte ehemalige RAD-Baracke wurde 1958 in Eigenarbeit unter fachkundiger Leitung von Opa Weigel auf dem neuen TSV-Sportplatz errichtet und zu einem ansehnlichen Clubhaus ausgebaut. Der Sportplatz gilt auch heute noch als unverwüstlich und wird, nachdem eine Flutlichtanlage errichtet werden konnte, als ganzjährige Trainingsanlage intensiv genutzt.

Der sportliche Höhepunkt in der Fußballgeschichte des TSV Rodewald war der Gewinn des Kreispokales am 31.07.1960. In einem dramatischen Endspiel in Neustadt schlug unsere 1. Herrenmannschaft den FC Wunstorf mit 4:2 Toren.

Von links: Walter Hertrampf, Josef Scheufen, Horst Skrzipczyk, Hans Conzen, Friedrich Krößmann, Heinrich Bartling, Gerhard Sommerfeld, Heinz Royer, Alfred Kneifel, Helmut Schulmeistrat, Werner Winterberg, Kurt Klenke, Hans-Joachim Skrzipczyk

 

 

In den Jahren danach gab es eine sportliche Berg- und Talfahrt zwischen der 1. und 2. Kreisklasse bis zur Auglösung des Fußballkreises Neustadt 1975.

Ein besonderes Ereignis war das 50-jährige Vereinsjubiläum des TSV im August 1974. Im Rahmen des großen Festkommers in der Gaststätte Wollensach-Krause erhielten die Gründungsmitglieder Heinrich Fiene, Friedrich Könemann, Heinrich Bartling (o.B.), sowie Heinrich und Karl Krage die goldene Ehrennadel. Leider konnten damals die Gründer Carl Näther und Heinrich Bartling (u.B.) nicht anwesend sein.

Der bisherige Fußballverein veränderte sich, neue Sparten wurden gegründet und es begannen die Fusionsgespräche mit dem SV Vorwärts Rodewald.